reflections

In Gedanken

Zum Glück gehörte ich nie zu den Übergewichtigen, die tatsächlich regelmäßig mit Mobbing konfrontiert wurden.

In Schulzeiten konnte ich die Kommentare in Richtung meines Gewichts an einer Hand abzählen. Was hinter meinem Rücken geredet wurde? Das weiß ich natürlich nicht.

Unterwegs kam sicher schon mal die ein oder andere Bemerkung, aber nun auch eher ganz selten.


Trotz dessen, relativ unabhängig durch die Einwirkung von außen also, habe ich extrem starke Verhaltensproblematiken entwickelt, die mal mehr und mal weniger stark meinen Alltag wirklich belasten.


Ich esse nicht oder nur selten in der Öffentlichkeit. Nie alleine, sondern nur, wenn jemand dabei ist.

Ich kaufe kein Fastfood oder Eis oder dergleichen, sondern lasse diese Dinge grundsätzlich von meiner Begleitung kaufen, auch wenn ich der Person das Geld vorher in die Hand gebe.

Ich setze mich in der Bahn/ dem Bus niemals neben eine fremde Person, aus Angst ich könnte sie einengen oder mit meiner Anwesenheit belästigen. Meist setze ich mich gar nicht, wenn ich allein unterwegs bin, sondern stehe einfach.

Sollte ich doch einmal sitzen und sich jemand zu mir setzen, mache ich mich so schmal wie möglich.

Ich versuche beim Treppensteigen stets hinter anderen zu laufen um mich ihrem Tempo anzupassen, da ich ansonsten das Gefühl habe, ich halte alle hinter mir auf. Wenn die Person vor mir die Treppen 'hoch rennt', tu ich das auch.

Ich mache einen großen Bogen um größere Gruppen von Jugendlichen.

Ich kaufe ungern allein Lebensmittel ein und wenn, dann wirklich nur die gesunden Sachen. Selbst wenn ich für jemand anderen etwas mitbringen soll, fällt es mir schwer vor anderen etwas Ungesundes zu bezahlen.

Wenn ich mit jemandem unterwegs bin, versuche ich mich komplett auf diesen Menschen zu konzentrieren und alles um mich herum auszublenden. Wenn ich allein bin, höre ich Musik und vermeide es Gruppen von Menschen zu betrachten.

Ich beziehe Lachen oder Kommentare, die eventuell nach einer Bemerkung gegen Übergewichtige klingen könnten, schnell auf mich.


Natürlich ist mir bewusst, dass sich um mich kaum wer schert, wenn ich unterwegs bin, und jeder Mensch mit seinen eigenen Dingen und Gedanken beschäftigt ist. Wahrscheinlich macht man sich deutlich weniger Gedanken über mich und mein Gewicht, als ich denke. Allerdings bekomme ich diese Gedanken nicht aus mir heraus.

4.5.15 19:35, kommentieren

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Der erste Schritt ist selten der Leichteste

Herzlich willkommen liebe Mitlesende,

was soll hier also entstehen?

Wie sicher schon in Masse (welch nettes Wortspiel in Hinblick auf das, was jetzt kommt) entstanden, soll auch das hier ein Blog werden, der meinen Alltag mit einer 'Diät' dokumentieren soll.

'Diät' deshalb in Anführungszeichen, da ich mich nach einem Jahr Pause erneut für WeightWatchers entschieden habe und das Prinzip dort weniger als eine direkte Diät sehe, sondern viel mehr als eine Anleitung zu einer Umstellung der Ernährung.

Natürlich werden auch dort die Kalorien reduziert, aber da ich mit meinem Gewicht so viele Punkte habe, dass ich keine wirklichen Einschränkungen spüre, sofern ich denn bewusst meine Nahrung auswähle, empfinde ich sie derzeit noch nicht als einschneidend.


Neben der Entscheidung hin zum Zählen der Punkte, mache ich 4 Mal die Woche Sport. Allerdings traue ich mich noch nicht in ein Fitnesscenter und habe mich somit für Sport daheim entschieden. Die Länge des Trainings variiert von 20 Minuten bis hin zu 70 Minuten und reicht von

Cardio-Training über Muskelaufbau bis hin zu Pilates. Zusätzlich dokumentiere ich meine täglichen Schritte und versuche diese kontinuierlich zu steigern.


Wie sehen also die Zahlen aus?


Startgewicht: 130 kg

Aktueller Stand: 118 kg

Zeitraum: 11 Wochen


Größe: 165 cm

Alter: 24 Jahre


Ich war immer übergewichtig. Als Kind. Als Jugendliche. Als junge Erwachsene. Ich war noch nie, wirklich noch nie, im Bereich des Normalgewichts und kämpfe mich seit dem Alter von zarten 12 Jahren von einer Diät in die Nächste.

Möglichst schnell sollte es immer gehen. Dafür wurde sich erst vorgenommen die Ernährung zu ändern. Sobald ich dann weniger abnahm, wurde die Nahrungszufuhr reguliert und zum Endes jedes Mal regelrecht gehungert. Ihr könnt euch vorstellen, dass der anfängliche Erfolg zwar sehr groß war, allerdings das Ganze nach maximalen 3 Monaten schon wieder vorbei und das Gewicht schnell wieder auf den Hüften war. Wenn es nur dabei geblieben wäre, aber natürlich nicht!

Ich habe in den letzten 7 Jahren gut 55 kg zugenommen. So viel wie andere als ihr Normalgewicht betrachten. Jedes Mal, wenn ich daran denke, schockiert es mich regelrecht und wenn ich überlege, wie viel ich abnehmen müsste, um in einen gesunden Bereich zu gelangen, wird mir ganz schlecht.


Den Blog möchte ich nutzen um meinen weiteren Werdegang zu dokumentieren, meine Erfolge und Probleme festzuhalten. Vielleicht ist es nur ein weiterer Versuch mich daran zu hindern, rückfällig zu werden.

Ich habe wirklich Angst davor, dass es immer und immer mehr wird, ich keine Obergrenze mehr habe. Mir machen die gesundheitlichen Konsequenzen, die zwangsläufig flogen werden, natürlich extrem große Sorgen.


Vielleicht möchte mich der ein oder andere ja begleiten?


LittleWanderer

3.5.15 14:06, kommentieren



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